Kreativ, sprachverliebt und literaturbegeistert leben


Was hat mich viel zu lange vergessen lassen, dass ich nicht nur unter Druck schreiben kann – sondern dass ich viel mehr eingehe wie eine Primel, wenn ich meinen Druck nicht herausschrei(b)en kann!?

Weiterführende Links zu meinen Texten und erwähnten Dingen findet ihr ganz unten 😉

Ich bin ein sehr kreativer Mensch, probiere gern Neues aus und habe leider viel zu wenig Zeit dafür.

Schon früh (mit 8 Jahren) habe ich meine Liebe zur Sprache und zum Dichten und Erzählen entdeckt. Bereits vor meiner regulären Einschulung mit 7 Jahren konnte ich lesen. Und kaum, dass ich schreiben konnte, schrieb ich und das hörte bis heute eigentlich auch nie so richtig auf. Es hörte irgendwann auf, vordergründig kreativ zu sein und war vordergründig viel zweckgebundener. Dies soll mein Blog nun ein wenig richten…

Mein Schreiben hörte auf, vordergründig kreativ zu sein und war vordergründig zweckgebunden

Nach Schreiben für die Kinderseite der lokalen Tageszeitung, Teilnahme an diversen Schreibwettbewerben, Arbeit für die Schülerzeitung und Ergattern einer sehr guten Abiturnote mit sehr guter Deutsch-Leistungskurs-Note folgte zielstrebig ein Germanistikstudium. Im Gegensatz zu den meisten Menschen, die beginnen Germanistik zu studieren – statistisch gesehen (!) – haben ich mein Studium sogar beendet und das auch sehr gut.

Da ich dann aber lieber Geld verdienen und eine Familie gründen wollte – Reihenfolge ungewiss – habe ich mich gegen das Promovieren und für die Option, das Schreiben schneller zum auskömmlich bezahlten Beruf zu machen, entschieden. Schon im Studium hatte ich einen medienwissenschaftlichen Schwerpunkt gewählt und arbeitete für die Lokalzeitung vor Ort. Von dem bereits unterschriebenen Volontariatsvertrag bin ich dann allerdings wieder zurückgetreten, weil ich erst einmal ein fast geplantes Kind bekommen habe.

Ich wollte wollte einen Arbeitgeber, der zu mir und meinem Leben, aber auch zu mir und meinem Wesen passt.

Dann verschlug es mich ins unternehmensgebundene Marketing regional ansässiger, familiengeführter, mittelständiger Unternehmen. Ich wollte bodenständig bleiben, ich wollte geregelte Arbeitszeiten, ich wollte einen Arbeitgeber, der zu mir und meinem Leben, aber auch zu mir und meinem Wesen passt. Das hat nach dem dritten Anlauf auch geklappt.

Dennoch bringt es die Arbeit im Marketing eines mittelständischen Unternehmens mit sich, dass man alles Mögliche zu erledigen hat und nicht bloß Texten. Es ist geradezu utopisch anzunehmen, dass man den lieben langen Arbeitstag lang Zeit hätte, sich ununterbrochen in das Ausfeilen pfiffiger Texte zu vertiefen. Das hat mich eine Zeit lang echt gewurmt. Da hatte ich doch nun den Traumarbeitsplatz und den Traumarbeitgeber mit dem Traumarbeitszeitmodell und dem Traumteam gefunden und war trotzdem unglücklich?

Und eines nachmittags, als ein Kollege zu mir ganz beiläufig sagte: “Ich habe mal ein Seminar belegt, das hieß ‘Unter Druck schreiben'”, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich dachte: Moment mal, unter Druck schreiben? Dein Leben lang hast du doch eigentlich nichts anderes gemacht! Es war sogar in deiner Kindheit und Jugend genau andersherum: Konntest du nicht schreiben, wurde der Druck zu groß! Konntest du deine unzähligen Gedanken nicht zu Worten formen, fühltest du schier platzen zu müssen!

Unter Druck schreiben – mein Leben lang habe ich eigentlich nichts anderes gemacht. Ich blogge hier nicht nur über, sondern um mein Leben.

Das Erwachsenwerden, das Ausbilden-Lassen, das Partnersuchen und -Behalten, das Familiegründen, das Geldverdienen, Hauskaufen und -abbezahlen, das Vernünftigsein und Kindererziehen. All das hat mich viel zu lange vergessen lassen, dass ich nicht nur unter Druck schreiben kann – sondern dass ich viel mehr eingehe wie eine Primel, wenn ich meinen Druck nicht herausschrei(b)en kann!

In diesem Sinne blogge ich hier nicht nur über mein Leben, sondern um mein Leben. Ich möchte einen digitalen Platz haben für meine Gedanken, die frei sein wollen, so wie ich frei sein möchte. Ich möchte mich mit Worten ausprobieren und ich möchte meine Kreativität mit der Welt teilen. Ich glaube, sehr viele Kreative und Künstler haben das Bedürfnis, sich und ihre Kunst mit der Welt zu teilen.

Künstler haben das Bedürfnis, sich und ihre Kunst mit der Welt zu teilen.

Ich hatte dieses Bedürfnis schon mein Leben lang, und ich habe es jetzt lange genug hinten angestellt. Nun soll es wieder einen festen Platz in meinem Leben haben. Ganz im Sinne von Stefanie Stahls “Das Kind in dir muss Heimat finden” möchte ich meinem kindlichen Ich, das einst und bis heute davon geträumt hat, einmal mit dem kreativen Schreiben Geld zu verdienen und Bestseller zu schreiben, eine Heimat geben. Hier darfst du Du sein, liebes innere Kind. Lass alles raus und lass die Welt rein zu dir, dass sie froh sein möge, dass es dich und deine wunderbare Kreativität gibt!

Zur Abbrecherquote beim Germanistik-Studium: “Mehr als nur Spaß an Büchern” (fr.de)

Buchtipp: “Das Kind in dir muss Heimat finden” von Stefanie Stahl

Literarische Texte von mir:

“Warum Lichtrosenkriegerin?”

“Eine halbe Stunde”

“Ich statt man”

“Trauerarbeit I”