Mein Beitrag für „Fridays for Future“ #2

Jeden Donnerstag veröffentliche ich einen Text aus meiner Jugend, um meine Solidarität mit der „Fridays for Future“-Bewegung zu zeigen. Um jungen und allen anderen Menschen Mut zu machen, gegen alle inneren und äußeren Widerstände zu kämpfen für eine bessere Zukunft! Ihr seid nicht allein! Kämpft weiter! Ich kämpfe mit euch!

Eure Lichtrosenkriegerin

Ich bin mir nicht sicher, wie alt ich war, als ich diese Gedanken niederschrieb, auf jeden Fall jünger als 15. Da ich im Original alte Rechtschreibung verwende, muss der Text nämlich vor 1996 entstanden sein. Ich Fuchs! 😉

Gedanken einer Jugendlichen zur Menschheit

Alles, was wir nicht verstehen, wollen wir begreifen. Alles, was wir nicht begreifen, wollen wir zerstören. Und warum zerstört sich der Mensch dann selbst?

Bereits unsere Urahnen, die Römer, die Urzeitmenschen, führten Krieg gegeneinander. Zum Töten, für Macht, für Besitz, Reichtum. Kriege zum Kriegen.

Christoph Columbus hat die Neue Welt entdeckt. Sie war aber nicht neu. Wir kannten sie nur nicht. Wir entdeckten sie und entblößten sie, erbeuteten sie, beuteten sie aus. Heute klagen wir über Überbevölkerung? Entdecken wir doch einfach ein neues Land!

Dummheit bedeutet in den Augen vieler Minderwertigkeit. Ein Mensch, der nicht so schlau ist wie ich, ist nicht weniger wert als ich, er ist nur anders als ich. Mehr nicht.

Ende bedeutet meistens auch Anfang. Etwas Neues wird beginnen, aber vielleicht ohne uns. Die Welt wird von Neuem beginnen, wenn wir nicht mehr da sind, aber ohne uns.

Freiheit heißt Eigenständigkeit. Viele Menschen sind nicht frei. Sie werden vielleicht nie erfahren, was frei sein bedeutet. Vielleicht werden wir nie erfahren, was Gefangenschaft bedeutet. Kann man wissen, was Freiheit ist, wenn man nie gefangen war?

Meine Gedanken zur FFF-Kritik:
Viele belächeln ja die kompromisslosen Forderungen der Jungen als naiv… Das finde ich anmaßend. Ist es in einer funktionierenden Gesellschaft nicht geradezu die Aufgabe der jungen Generationen, kompromisslos und ehrlich auf die Fehler der alten Generationen hinzuweisen – den salzigen Finger in die blutenden Wunden der Gesellschaft zu legen? Und zwar ohne gleich eine bis zu Ende gedachte Lösung parat zu haben! Und ab welchem Alter darf man denn von den Erwachsenen ernst genommen werden? Als Goethe seinen „Götz von Berlichingen“ schrieb, war er keine 25 Jahre alt. Malala Yousafzai war 17, als sie den Friedensnobelpreis gewann. Marco Polo begab sich ebenfalls mit 17 auf die Asienreise, die ihm zu Weltruhm verhalf.

Und apropos kompromisslos und erwachsen. Wie kompromissbereit und erwachsen verhalten sich denn die Mächtigen dieser Welt aktuell? In Russland? In Nordamerika? In Syrien? In China? In Nordkorea?

Liebe Erwachsenen: Hört den Jungen zu, sie haben etwas sehr, sehr Wichtiges zu sagen! Und: Die Lösungen müssen wir alle gemeinsam finden!

Mein Beitrag für „Fridays for Future“ #1

Mein Beitrag für „Fridays for Future“ #1

Dieses Gedicht habe ich vor mehr als 25 Jahren geschrieben und es wurde Weihnachten 1993 in unserer Lokalzeitung abgedruckt. Ich war damals 11 Jahre alt. Schon damals eine hoffnungslose Weltverbessererin.

Von heute an werde ich jeden Donnerstag einen Text aus meiner Jugend veröffentlichen, um meine Solidarität mit der „Fridays for Future“-Bewegung zu zeigen. Um jungen und allen anderen Menschen Mut zu machen, gegen alle inneren und äußeren Widerstände zu kämpfen für eine bessere Zukunft! Ihr seid nicht allein! Kämpft weiter! Ich kämpfe mit euch!

Eure Lichtrosenkriegerin

Die Erde, der blaue Planet

Unsere Erde, der „blaue Planet“
hat viele Wunden, und keinen der sie näht.
Aus der einen Wunde steigt empor
ein Land, das seinen Glanz verlor.
Jugoslawien – Krieg und Kampf sind dort.
Nun ist es ein sehr schlimmer Ort.
Auch andere Gegenden, wo Furcht und Schrecken
herrschen, gibt an ganz vielen Flecken.
Diebstahl begehen viele Leute,
klauen, rauben fette Beute.
Das ist schlecht und gar nicht fair,
denn es schadet andern sehr.
Über dies kann ich auch nicht lachen:
Töten um Profit zu machen.
Andre kommen dann in Not!
Hör ich so was, seh‘ ich rot!
Mord und Waffen sind nicht gut.
Da krieg ich wirklich eine Wut.
Jeder weiß, wie gemein die Menschen sind,
doch weiß ich, das Gute nur gewinnt.
Wir kämpfen gegen solche Schande an.
Ihr werdet seh’n, es dauert nicht mehr lang.
Dann gibt es nur noch Gutes auf der Welt,
wo es allen Menschen dann gefällt.


Wie kam ich darauf, eine „Fridays for Future“-Serie zu starten?

Weiterführende Links findet ihr unten.

Jeden Freitag passiert gerade etwas Großartiges auf der Welt. Es begann in Schweden mit einer einzigen 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die vor schierer Zukunftsangst krank geworden ist. Aus einer ganz realen Angst davor, dass die Menschheit den Ast, auf dem sie seit Jahrtausenden sitzt, irreparabel kaputtsägt. Greta wurde krank aus Angst davor, dass unser Klima kippen wird, dass Ökosysteme kippen werden, dass ganze Erdteile unbewohnbar werden, dass noch mehr Kriege ausbrechen, dass wir, die Menschheit, unseren Planeten für uns selbst langfristig unbewohnbar machen.

Was hat Greta Thunberg aus ihrer blutjungen Lebenskrise geführt? Ein unerschrockenes und unerschütterliches politisches Engagement für eine radikale Wende in der Politik: für radikalen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, für einen Planeten, auf dem 8 Milliarden Menschen in Frieden und auskömmlich leben können. (Wie das geht, legt im Übrigen u.a. Felix zu Löwenstein in seinen Büchern vor.) Greta begann jeden Freitag – ganz allein – vor dem schwedischen Reichstag für das Klima zu demonstrieren. Das war im August 2018.

Inzwischen ist daraus eine weltweite Jugendbewegung unter dem Titel „Fridays for Future“ (FFF) geworden und Greta wurde sogar für den Friedensnobelpreis nominiert. Über Social Media verfolge ich Gretas Engagement und die Entwicklung der Bewegung schon seit mehreren Monaten mit Begeisterung. Am 15. März 2019 feierte FFF seinen bisherigen Höhepunkt mit mehr als 2000 Protestveranstaltungen in mehr als 120 Ländern weltweit uns insgesamt mehreren Hunderttausend Teilnehmenden. Einige Quellen sprechen sogar von einer Million. Als ich dies am Morgen des 16. März auf Facebook las, kamen mir Tränen der Rührung.

Und ich dachte mir, es kann kein Zufall sein, dass du gerade jetzt deinen Blog gestartet hast. Dass du gerade jetzt die alten Gedichte und Geschichte deines jugendlichen Selbsts aus dem Schuhkarton gekramt hast und voller Ehrfurcht und Empathie für dein inneres Kind versuchst, etwas von deinem damaligen unerschrockenen Kampfgeist zurückzugewinnen. Zurückzufinden zu der jungen Dame, für die aus dem Rahmen zu fallen und sich damit auch unbeliebt zu machen, völlig in Ordnung war, so lange es doch dem Kampf für eine bessere Welt galt. Schlicht und einfach. Kindlich naiv würden manche sagen. Juvenil genial sage ich. Und schon längst gibt es auch die „Scientists for Future“, die sich auf die Seite der Jungen schlagen. Denn: Wir haben weder einen Plan B, noch einen Planeten B.

Weiterführende Links:

Fridays for Future Deutschland

Interview zur jungen Geschichte von Greta Thunberg

Die Tagesschau über die FFF-Demos am 15.03.2019

Deutschlandfunk über die FFF-Demos am 15.03.2019

Homepage der Scientists for Future

Buch-Tipps:

Felix zu Löwenstein „Food Crash“ und „Es ist genug da. Für alle.“

Achilles erinnert mich an Feminismus und an Weihnachten

Ausgerechnet ein antiker Sagenheld soll fortan zu meinem ganz persönlichen Symbol des ganz alltäglichen Feminismus werden bzw. mich an alltäglichen Sexismus erinnern. Und an Weihnachten. Ihr seid verwirrt? Lesen hilft! Hier kommt mein Beitrag zum gestrigen Weltfrauentag. Bin gespannt, wie ihr darüber denkt. Zitate, erwähnte Songs und Hintergrundinfos habe ich euch ganz unten verlinkt.

Wer mit Muslimas über Kopftücher diskutiert, sollte auch mit Frauen über hochhackige Schuhe diskutieren.

Wer glaubt, Feminist zu sein, wenn er mit Muslimas über ihr Kopftuch diskutiert, müsste mit jeder Frau, die hochhackige oder auch nur unbequeme Schuhe oder zu enge Kleidung trägt, auch über ihre Kleiderwahl diskutieren. Das ist meine Überzeugung und daran hat mich eine ganz persönliche, kleine und auch nicht besonders spektakuläre, aber, wie ich finde, dennoch erzählenswerte Leidensgeschichte erinnert. (Einen Link zu einem sehr interessanten Manifest auf zeit.de, das meine steile These ein wenig stützt, findet ihr übrigens unten.)

Ich wollte mal nicht wie eine pragmatische Öko-Mutti, sondern wie eine hübsche Kollegin aussehen.

Wie ihr vielleicht wisst oder auch nicht, bin ich ganz schön öko und ganz schön gesundheitsbewusst. Ich versuche aber beständig, mich von meinen eigenen Ansprüchen nicht kaputt machen zu lassen. Eine lebenslange Herausforderung, die mein Leben aber durchaus spannend und auch sehr reich macht… Und so kam es, dass ich zur letzten Weihnachtsfeier, obwohl ich sonst fast nur Leguano Barfußschuhe oder gar keine Schuhe trage, seit sehr langer Zeit mal wieder hochhackige Schuhe trug. Ich bin ja nicht nur berufstätig, gesundheitsbewusst und öko, sondern auch Mutter und Hausfrau. Und ich komme nicht sooo oft raus. Und ich habe mich auf diese Weihnachtsfeier gefreut. Auf das Tanzen. Ich wollte mal nicht wie eine pragmatische Öko-Mutti, sondern wie eine hübsche Kollegin aussehen. Und ich wollte tanzen, tanzen, tanzen.

Ich hatte mir sogar flache, einigermaßen schicke Turnschuhe zum Später-wenn-eh-keiner-mehr-drauf-achtet-Anziehen eingepackt.

Nun hatte ich mein Körpergefühl, meine Überzeugungen und die Grenzen meiner Bein- und Rückenmuskulatur ja nicht komplett vergessen vor lauter übersteigerter und überfrachteter Vorfreude aufs Tanzen. Mitnichten! Ich hatte nicht nur hochhackige Schuhe zur Feier angezogen: Ich hatte mir sogar flache, einigermaßen schicke Turnschuhe zum Später-wenn-eh-keiner-mehr-drauf-achtet-Anziehen eingepackt. Denn meine schmerzenden Füße sollten das Letzte sein, was mich vom Tanzen abhält. Jawohl!

Ich habe mich zu „I can’t get no sleep“ zum todsicheren Erstaunen eines so manchen Azubis an meine besten jugendlichen Techno-Partys erinnert.

So weit ein gar nicht so schlechter Plan. Denn ich habe getanzt. Als ob es kein Morgen gäbe. Ich habe mit Kolleginnen aus weit entfernten Abteilungen, die ich sonst nur zufällig einmal die Woche auf dem Flur treffe, 90er-Jahre-Songs von Lucilectric und den Spice Girls von vorne bis hinten mitgegrölt. Ich habe mit Kollegen „Jein“ von Fettes Brot von 1996 bis 2019 durchgerappt. Ich habe mich zu „I can’t get no sleep“ zum todsicheren Erstaunen eines so manchen Azubis an meine besten jugendlichen Techno-Partys erinnert. Kurzum: Ich hatte Spaß. Im Übrigen, ohne besonders viel getrunken zu haben. Sonst hätte ich ja konditionell auch niemals so viel tanzen können. Ich bin ja schließlich nicht blöd. Fast.

Ich hatte lediglich vergessen, mir meine ach so bequemen, gar nicht hohen, total flachen Zweitschuhe rechtzeitig anzuziehen. Nachdem ich bereits mindestens zwei Stunden annähernd nonstop durchgetanzt hatte, war es definitiv zu spät. Das merkte ich zwei Tage nach der Weihnachtsfeier. Meine Achillessehnen schmerzten bei jedem Schritt. Vor allem beim Treppensteigen oder bei längeren Spaziergängen. Nervig, aber verständlich nach so einer durchtanzten Nacht. Muskelkater. Normal. Dachte ich.

Die Schmerzen gingen aber nach mehreren Tagen nicht weg. Ok. Musst du wohl doch besser schonen. Machste vorsichtiger Yoga, gehst weniger und achtsamer spazieren. Gehst mehr schwimmen. Cremst die Fersen immer schön mit Arnikasalbe ein. Wird schon wieder. Dachte ich.

Schlafstörungen durch Stress – für berufstätige Mütter nun wirklich keine neue Erkenntnis.

Parallel dazu stellten sich bei mir ganz seltsame Schlaf- und Verdauungsprobleme ein. Ich will euch hier jetzt nicht mit zu delikaten Details ekeln, aber dass ich solche Probleme hatte, ist ein für die Geschichte wesentliches Detail. Also bitte merken. Ich habe im Moment auch mehr Stress als mir guttut. Weiß ich. Schlaf- und Verdauungsprobleme können auch von Stress kommen. Das ist für berufstätige Mütter nun wirklich keine neue Erkenntnis. Dementsprechend habe ich mir auch nicht mehr dabei gedacht, als das ich wirklich gut auf mich achten sollte, da mein Körper mir hier wohl gerade nicht nur einen, sondern mehrere Schüsse vor den Bug setzen möchte, um mir etwas mitzuteilen. Ok.

Aber diese doofen Achilles-Sehnen-Schmerzen. Die gingen trotz Schonen auch nicht weg. Und dann kam eine Bekannte zu Besuch übers Wochenende, die zufällig auch noch Physiotherapeutin ist. Wir sind – weil ich ja auf mich achten will – unter anderem in die Sauna gegangen. Nach einem Saunagang liegen wir im gemäßigten Ruhebereich so leise quatschend auf unseren Liegestühlen. Und ich erzähle ihr von meinen Achilles-Problemchen. Eigentlich wollte ich nur eine fachliche Meinung. Die Gratis-Massage, die davon begleitet wurde, habe ich aber auch gern mitgenommen.

Während meine Bekannte an meinen Hacken rummassierte, fing es in meinem Bauch in einer Tour an zu blubbern und zu rumoren.

Was ich dabei schon sehr interessant fand (Achtung! Ekelig, aber wichtig!): Während meine Bekannte an meinen Hacken rummassierte, fing es in meinem Bauch in einer Tour an zu blubbern und zu rumoren. Das sei auch nicht weiter verwunderlich, so meine Bekannte. Da, wo sie jetzt massiere, sitzen die Akkupressurpunkte von ganz vielen Organen und dem unteren Rücken und so. Aha.

Das fand ich aufrichtig interessant. Und ich solle bloß nicht zu sehr schonen. Es sei auch wichtig, dass ich die durch das hochhackige Tanzen gestauchten Sehnen wieder dehne. Wenn die richtig entzündet wären, wären sie dick und geschwollen, sind sie aber nicht. Na gut. Also weiter im selbst gebastelten Achilles-Schmerz-Bekämpfungsprogramm. Schlaf- und Verdauungsstörungen anhaltend.

Dann erwähnte ich das mit den Achilles-Schmerzen mal einer Freundin gegenüber, die zufällig auch noch Ärztin und ziemlich ganzheitlich unterwegs ist. Die hat mich dann zum Osteopathen geschickt. Und JETZT wird es creepy. Ich erzähle also bei der Osteopathin und manuellen Therapeutin brav, woher die Schmerzen kommen. Dass ich hochhackige Schuhe getragen habe, die ich sonst nicht trage. Dass ich zu viel getanzt habe, was ich sonst nicht tue. Und die unglaublich sympathische, patent, kompetent rüberkommende und Vertrauen erweckende Frau fragt mich Folgendes:

„Wachen Sie momentan öfters zwischen 4 und 6 Uhr morgens auf, egal wann Sie ins Bett gegangen sind?“

Leute, ernsthaft, ich hatte überlegt, ob jemand heimlich Kameras in meinem Schlafzimmer aufgehängt und mich bei „Verstehen Sie Spaß“ angemeldet hatte. Ich hatte ÜBERHAUPT nichts von Schlafstörungen erzählt. Ok, dass ich gestresst und übermüdet war, konnte man mir an dem Abend vermutlich auch ohne mehrjährige therapeutische Ausbildung ansehen. Aber die Uhrzeit? Die Tatsache, dass ich keine Einschlaf-, sondern „nur“ Länger-als-5-Stunden-am-Stück-schlaf-Probleme hatte? Ich musste wohl ziemlich bedröppelt und gleichzeitig begeistert ausgesehen haben… Jedenfalls erzählte sie mir dann was von Cortisolspiegeln, wie das mit der Achillessehne oder -ferse oder den Muskeln und Nerven da zusammenhängt, und fing an mich zu behandeln. Und das tat weh. Aber gut.

Die Schmerzen waren dann auch erst mal noch nicht weg. Aber es kribbelte, es pochte, es arbeitete. Das konnte ich spüren. Das konnte ich sogar sehen. Ernsthaft! Eines abends saß ich mit meinem Kind fasziniert auf dem Badezimmerboden und schaute mir die kleinen Würmchen an, die durch meinen Fuß direkt unter der Haut zu krabbeln schienen. Die Muskeln zuckten ohne mein bewusstes Zutun. Oder jemand hatte mir heimlich Nanosonden injiziert. Oder meine Ohrwürmer hatten sich gründlich verlaufen. Eins davon.

Meine Freundin die Ärztin hat dann meine Achillessehne noch zusätzlich mit Kinesiotape getapet. Und ihr müsst mir das jetzt nicht glauben: Aber ein paar Tage später – die Achillesschmerzen wurden von Tag zu Tag besser – kam meine zweitschönste Nacht seit der Weihnachtsfeier. Die schönste war, als ich mir meine Schlafstörungen zunutze machte und diese Website und meinen Blog begründete. Die zweitschönste, als ich das erste Mal seit der Weihnachtsfeier wieder ACHT Stunden am Stück geschlafen hatte. Creepy. Aber wunder-, wunderschön.

Warum wir Frauen, die wir mittlerweile ins Weltall fliegen, Nobelpreise gewinnen, das Klima retten, Staaten regieren und Konzerne leiten, uns immer noch in Schuhe zwängen lassen, die NACHWEISLICH unsere Gesundheit ruinieren

Und nun zurück zum Feminismus. Ich weiß nicht, wie es euch nach dem Lesen dieser hoffentlich einigermaßen unterhaltsamen Anekdote geht. Aber ich bin fertig mit hochhackigen Schuhen. Warum wir Frauen, die wir mittlerweile ins Weltall fliegen, Nobelpreise gewinnen, das Klima retten, Staaten regieren und Konzerne leiten, uns immer noch von einer immer noch männlich dominierten Welt in Schuhe zwängen lassen, die NACHWEISLICH unsere Gesundheit ruinieren, ist mir von heute an bis ich hoffentlich alt, runzelig und glücklich sterbe, ein Rätsel.

Schwestern, vereinigt euch – mit oder ohne Kopftuch – aber bitte zieht euch was Bequemes an! Ihr könnt dann besser schlafen.

Und hier die versprochenen Links – meldet euch gern in den Kommentaren, wenn euch noch was fehlt:


Sexismus: #OhneMich“ von Barbara Kuchler auf zeit.de

Homepage und Onlineshop von Leguano Barfußschuhe

Youtube-Video „Mädchen“ von Lucilectric

Youtube-Video „Wannabe“ von den Spice Girls

Youtube-Video „Jein“ von Fettes Brot

Youtube-Video „Insomnia“ (I can’t get no sleep“) von Faithless

Wikipedia-Artikel zur Fuß-Reflexzonenmassage

Wikipedia-Artikel zur Osteopathie (Alternativmedizin)

Wikipedia-Artikel zu kinesiologischen Tapes

Eine halbe Stunde

Kurzgeschichte vom 11.12.1996 (da war ich 15 Jahre jung, meinen Mann sollte ich erst 3 Jahre später kennen lernen und: Nein, die Geschichte ist nicht autobiografisch)

Unpassend. Es sah einfach unpassend aus. Der ganze Raum war in ihrem persönlichen, vielleicht etwas altmodischen Stil eingerichtet. Im Eichenregal standen alte, verstaubte Bücher, deren Herkunft nicht einmal sie genau zu bestimmen vermochte. Großmutters vollkommen zerschlissene Sitzkissen waren von dem mit braunem, fleckigen Leder bezogenen Sofa einfach nicht mehr wegzudenken. Diese drei Sachen waren im Wohnzimmer wohl die Superlative ihres doch so eigenen Stils.

Doch mitten in diesem Stil hing nun dieses unpassende Foto von ihm. Er grinste mit dem breitesten Grinsen, das er zu grinsen fähig war, trug einen grellgrünen Pullover und tanzte völlig ausgelassen, auf seine coole Art, die er nicht nur auf derartigen Veranstaltungen nach außen kehrte, in einer Diskothek zwischen ein paar anderen Ravern.

Es war erst drei Minuten her, dass sie auf die Uhr geschaut und festgestellt hatte, dass sie noch eine halbe Stunde Zeit hatte.

Immer wenn sie hier auf dem Sofa saß oder lag und nicht so recht etwas mit sich anzufangen wusste, schaute sie auf dieses Bild. Auch jetzt tat sie das. Und gerade jetzt fiel ihr auf, dass dieses Bild unpassend wirkte, unpassend war. Wie lange schaute sie es schon so an? Zehn Minuten? Ein Blick auf die Armbanduhr ließ sie wissen, dass es noch nicht einmal drei gewesen waren. Drei Minuten – es war erst drei Minuten her, dass sie auf die Uhr geschaut und festgestellt hatte, dass sie noch eine halbe Stunde Zeit hatte.

Ein ratloser Blick war dem für sie plötzlich so unpassenden Bild noch vergönnt, bevor sie sich ihren Fingernägeln zuwendete. Wenn ihr langweilig war, schaute sie auf ihre Fingernägel; das war immer so, auch bei Nervosität. Meistens fand sie immer eine Kante, die ihr nicht gefiel. An der begann sie dann herumzuknabbern. Diese äußerst schlechte Angewohnheit setzte sich, wenn sie die Zeit hatte, so lange fort, bis der ganze Nagel bis auf das Kürzeste heruntergekaut war. Falls sie nun besonders viel Zeit hatte, ziemlich unruhig und der Möglichkeit nach allein war, begann sie die freigeknabberte Nagelhaut zwischen die Schneidezähne zu nehmen und daran zu zupfen, bis Blut zum Vorschein kam.

Jetzt trafen alle Wenns ein und sie schien alle Zeit der Welt zu haben, zumindest kam ihr die halbe Stunde, die sich inzwischen schon zu erträglicheren fünfundzwanzig Minuten gewandelt hatte, so vor.

Es war eine dieser Angewohnheiten, wie für ihn zum Beispiel das Rauchen.

Aber es klingelte glücklicherweise das Telefon, bevor sie sich dem nächsten Opfer zuwenden konnte. Sie merkte es nie richtig, wenn sie sich derart selbst verstümmelte. Es war eine dieser Angewohnheiten, bei denen man mit seinen Gedanken meist nicht bei der Sache zu sein pflegte, wie für ihn zum Beispiel das Rauchen.

Er hatte damit angefangen, als er noch nicht mal dreizehn war; es war cool, etwas Verbotenes zu tun. Wenn er heute zur Zigarette griff, merkte er es nicht, er tat es einfach, beinahe instinktiv. Er rauchte gut und gerne eine Schachtel einer ihres Wissens ziemlich starken Marke am Tag. Sie hatte schon mehrfach versucht, ihm dieses Laster abzugewöhnen, indem sie ihm von ihrem verstorbenen Großvater erzählte, der stets viel geraucht hatte. Doch er entgegnete ihr jedes Mal mit neuen, zunächst einleuchtenden Argumenten. Wenn ihr Tage später dann Möglichkeiten der Widerlegung einfielen, mochte sie das Thema nicht noch einmal ansprechen, um einem Streit aus dem Wege zu gehen.

Aber irgendwie war sie eben nicht in der Stimmung, sich das Leben leichter zu machen.

Sie griff zum Hörer. Höchstwahrscheinlich war es Tina. Sie wollte sie doch noch einmal anrufen, oder? Sie glaubte, dass es so war. Seltsamerweise hatte sie keine allzu große Lust auf ein Telefongespräch mit ihrer besten Freundin, obwohl sie das sonst bei derart fehlendem Tatendrang begrüßte. Jetzt hätte sie jemanden zum Ablenken gebrauchen können, jemanden, der ihr die gut zwanzig Minuten auf humorvolle Art hätte kürzer vorkommen lassen. Aber irgendwie war sie eben nicht in der Stimmung, sich das Leben leichter zu machen.

Sie nahm ab. „Hallo?“ Es war nur das deprimierende, monotone Tuten in der Leitung zu hören. Als sie klein war, hatte sie sich auch nie getraut, sich zu entschuldigen, wenn sie sich verwählt hatte. Sie hatte immer Angst gehabt, dass die Person am anderen Ende sauer sein könnte. Noch viel chaotischere Gedanken durchkreuzten damals ihren Geist. Es hatte immer ein unkommentiertes, rasches Auflegen zur Folge. Heute hasste sie es, wenn ihr als Angerufene so etwas geschah, gerade weil sie zu den Menschen gehörte, die sich immer wieder das Schlimmste auszumalen vermochten. Fantasievollste Vorstellungen, die das stumme Auflegen des Telefongegenübers begründen wollten, wurden konstruiert. Aber auch Verständnis für den Fall, dass der Unbekannte kindlichen Alters gewesen sein sollte.

Ihr Telefon hatte eine Gabel, einen hässlichen Braunton und eine Wählscheibe – all das passte zu ihrem Stil

Langsam ließ sie den Hörer aus den Händen auf die Gabel gleiten. Ihr Telefon war noch eines der wenigen, die noch eine richtige Gabel anstelle metallischer Kontakte besaßen, die dem Hörer einen digitalen Piepton entlockten anstatt mechanisch zu klacken. Es hatte eine Gabel, einen hässlichen Braunton und eine Wählscheibe – all das passte zu ihrem Stil.

Sie begab sich langsam wieder zum Sofa, um sich zu setzen. Als sie voller Unwissenheit, was sie nun tun sollte, wieder auf ihre Nägel herabschaute, überkam sie ein stummer, kurzer Schrei der Verzweiflung. Es gelang ihr einfach nicht, davon abzulassen. Sie setzte sich auf ihre Handflächen, um der Versuchung, deren Gliedmaßen ansehen zu müssen, zu widerstehen. Dabei streifte ihr Blick wieder das unpassende Bild.

Es war ihr vor lauter Vorfreude nicht möglich, einen so minimalen Zeitraum auszufüllen.

In neunzehn Minuten würde er hier sein. Sie konnte es nicht erwarten. Es war ihr vor lauter Vorfreude nicht möglich, einen so minimalen Zeitraum auszufüllen. Dabei schien er so minimal gar nicht zu sein. Theoretisch könnte sie so viel schaffen, aber sie hatte weder die Lust, noch die Einfälle für große oder kleine Taten. Was auch immer eine große oder kleine Tat sein mochten, das Nägelkauen war es sicher nicht, sicher keine sinnvolle.

Vom unpassenden Bild fiel ihr Blick auf den Fernseher. Fernsehen? Um diese Zeit? Nur mit Widerwillen griff sie zu der neben ihr auf der Sitzfläche liegenden Fernbedienung und schaltete das Gerät ein. Sie wollte nicht wahrhaben, dass ihr partout nichts Sinnvolleres einfallen mochte, einen weiträumig gesehen doch so minimalen Zeithohlraum zu überbrücken.

Sie sollte eine Brücke bauen über eine schrecklich breite Schlucht sinnloser neunzehn Minuten.

Überbrücken – sie sollte eine Brücke bauen; eine imaginäre Brücke zwischen jetzt und später, eine Brücke über eine unendlich tiefe, schrecklich breite Schlucht sinnloser neunzehn Minuten. Ein Blick auf die Uhr ließ sie wissen, dass es inzwischen nur noch achtzehn gab. Sie war noch nie besonders gut im Konstruieren von tatsächlichen Gegenständen gewesen, wobei ihr ja neuerdings auch die erdachten Schwierigkeiten zu bereiten schienen. Sie wollte nicht glauben, dass dieses Gefühl der Ungeduld ihren gesamten Einfallsreichtum lahmlegte.

Klick – Klick. „Und nun das Wetter.“ Klick – „Aber Liebling, das würde ich doch nie…“ – Klick – „Heute meldete das Katastrophen…“ Klick – Klick. Mit für sie unwesentlicher Anteilnahme beobachtete sie, wie eine gut gekleidete, blond gelockte Nachrichten Sprecherin in einem schwarzen Loch verschwand, und legte die Fernbedienung wieder auf die Sitzfläche. Ohne zu bemerken, dass sie wieder ihre Fingernägel strapazierte, streifte ihr gedankenverlorener Blick beim Umherwandern durch das Zimmer wie ein Suchscheinwerfer das unpassende Bild, ließ es zunächst dort, wo es war, und kehrte danach dorthin zurück, fixierte es diesmal. Sie wurde sich unsicher. Unsicher –

Ein schrilles Piepen riss sie aus ihrem kaum begonnen Gedanken. Als wäre es ein Reflex, griff ihre rechte Hand auf das Tischchen neben dem Sofa, suchte blind, wie sie war, nach dem zu einem Wecker gehörenden Schalter. Sie sollte jetzt aufwachen. Es war von ihr nie geplant, dass ein dreißigminütiger Zeithohlraum entsteht. Viertel vor – noch fünfzehn Minuten also.

Das unpassende Bild von ihm wollte ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen. Es und er passten nicht zu ihrem Stil, passten nicht zu ihr.

Die Vorstellung, dass erst die Hälfte der Brücke fertiggestellt sein sollte, quälte sie erbärmlich. Sie hatte ihren vorherigen Gedanken verloren und beschloss, über ihn nachzudenken. Über ihn und sich. Dabei wollte ihr das unpassende Bild nicht mehr aus dem Kopf gehen. So, wie das Bild war, war es unpassend, aber so, wie er war, war das Bild. Er war, was das Bild aussagte: sprunghaft, oberflächlich, witzig, eigensinnig, abenteuerlustig. Er war prinzipiell genauso unpassend wie das Foto von ihm. Es und er passten nicht zu ihrem Stil, passten nicht zu ihr.

Sie wurde wieder unsicher, ohne sich bewusst zu sein, es kurz zuvor schon einmal gewesen zu sein. War es nicht ein Teil ihres Stils, unpassend zu sein? Schaute man sich in ihrer Wohnung um, sah man doch keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen sich hier befindlichen Gegenständen. Gewiss erkannte sie die Zusammenhänge, die allerdings oft und weitestgehend privater Natur und mit bestimmten Erinnerungen herzustellen waren. Ihr Stil war in gewisser Hinsicht unpassend, unordentlich, aber nicht oberflächlich; es sah oft nur so aus, obwohl alles seinen Platz, an der richtigen Stelle hatte.

Sie passten nicht zusammen, doch wie sie sich nun eingestehen musste, 
hatte sie eine Schwäche für Unpassendes. 

Sie war so anders, lebte in ihrer eigenen Welt, mit ihren Gedanken, ihren gut durchdachten Überlegungen, wie man die Erde zu einem besseren Ort machen könnte, indem man die Präsidenten dazu brachte, ihre Atomwaffen zu vernichten. Er war eine dieser Personen, die sich nie einen Kopf zu machen schienen und es anderen mit ihrer eigensinnigen, selbstverliebten Art nicht unbedingt leicht machten, aber hin und wieder aufregend. Einer von solchen Menschen, denen man nachsagen konnte, das Chaos erfunden zu haben: wild, aber berechenbar, wenn man ihn kannte. Sie waren beide sehr verschieden. Aber sie liebte ihn und soweit sie das beurteilen konnte, erwiderte er ihre Gefühle auf seine Art.

Angst und ein fast schizophrenes Gefühl überkamen sie.

Natürlich hatten sie auch Gemeinsamkeiten. Aber das waren dann solche, die man lange und intensiv suchen, die betreffenden Personen also gut kennen musste, um sie zu finden. Zum Beispiel waren sie beide gesellige Einzelgänger, aber jeder auf seine eigene Art. Und das waren wiederum zwei Arten, zwischen denen Welten lagen. Sie waren sehr verschieden, ihre Liebe jedoch war stark, worüber sie sich momentan wunderte. Sie passten nicht zusammen, doch wie sie sich nun eingestehen musste, hatte sie eine Schwäche für Unpassendes. Es war ein Teil ihres Stils – er war ein Teil ihres Stils. Sie passten nicht zusammen – und gehörten es deshalb.

Unpassend, Stil, Liebe. Abstrakte Gedanken durchkreuzten ihren Verstand, verloren sich, wurden wieder aufgegriffen. Abstrakte Gedanken, dumme Gedanken? Fast so wie in einem Traum. Als wäre das Unterbewusstsein bei wachem Verstand mächtig genug, die Kontrolle zu erlangen und wirre Bilder zu schaffen. Angst und ein fast schizophrenes Gefühl überkamen sie, überwältigten sie kurzfristig. Doch dann schlug sie die Augen auf, um festzustellen, dass sie tatsächlich kurz eingenickt war.

Ein automatischer Blick auf die Uhr ließ sie wissen, dass es noch zwei Minuten dauern sollte. Die Brücke war also beinahe vollendet. Schläfrig, wie ihr Verstand noch war, besiegte ihn das Unterbewusstsein ein weiteres Mal und ließ für sie real werden, was bis zum dem Zeitpunkt nur Gedankenspiele waren.

Sie sah sich auf der Brücke wieder. Einen Abstand von zwei, vielleicht drei Schritten gab es zu springen, dann wäre sie auf der anderen Seite. Aber hier, wo sie sich befand, wo immer es sein mochte, konnte sie, durfte sie nicht springen. Sie musste die Brücke fertigstellen, um auf die andere Seite zu gelangen. Do wo waren die Steine? An anderen Tagen lagen sie einfach herum, fielen ihr regelrecht in die Hände, legten sich wie von selbst an die anderen. Das ging dann so schnell, dass es ihr Angst einflößte, sie die Brücke am liebsten zerstören würde, um am anderen Rand zu verweilen. Aber das ging nicht, so sehr sie es manchmal auch wünschte.

Die Zeit, die sonst ein wilder Tiger war, wollte heute nicht mehr sein als ein Schmusekätzchen.

Heute suchte sie die Steine verzweifelt. Wenn sie denn einen fand, waren sie schwer wie Blei, ließen sich nur schleppend bewegen, Millimeter für Millimeter. So schleppend, wie sich heute der Sekundenzeiger ihrer Uhr vorwärts bewegte. Das sonst so deprimierend schier unaufhaltsame Ticken wurde heute zum beruhigenden Takt, der ihr versicherte, dass der Zeitpunkt schon kommen würde.

Verdammt! Es waren doch nur noch ein, zwei Schritte! War es denn so schwierig sie zu überwinden, die Brücke fertigzustellen? Die Zeit, die sonst ein wilder Tiger war, der sie unerbittlich hetzte, wollte heute nicht mehr sein als ein Schmusekätzchen, das nicht fähig war alleine zu laufen.

Ihr Verstand besiegte ihr Unterbewusstsein und öffnete ihr wieder das Tor in die Wirklichkeit. Auf ihrer Uhr war es fünf Minuten nach. Es war geschafft. Der Brückenbau war abgeschlossen. Endlich. Intensive Freude überkam sie. Sie konnte es kaum noch abwarten, in seinen Armen zu sein. Das unpassende Bild geriet in ihren Blickwinkel; nun betrachtete sie es wie nie zuvor, aus einer völlig anderen Perspektive, einer, aus der es ihr noch nie möglich gewesen war, es zu betrachten. Sie passten nicht zusammen und gehörten es deshalb.

Schon fünf Minuten zu spät. Wo blieb er nur? Die Aufregung zauberte ihr Hirngespinste in den Sinn.

Kaum saß sie dreißig Sekunden der Freude auf ihrem Platz, wurde sie schon wieder unruhig und nachdenklich: schon fünf Minuten zu spät. Wo blieb er nur? War etwas passiert? Sie kaute wieder auf ihren Nägeln, war sich dessen auch teils bewusst, aber es war ihr weitestgehend egal. Superlative des Schicksals breiteten sich in ihrem Geist aus: ein Autounfall, ein Überfall… Sie sah sich schon im Leichenschauhaus vor einem blassen, gräulich verfärbten, jungen toten Mann stehen, als sie sich selbst zur Vernunft bringen musste.

Die Aufregung zauberte ihr Hirngespinste in den Sinn. Aber warum kam er denn nicht? Sie hatte so lange gewartet und es war ihr nicht möglich, noch eine Sekunde länger zu warten. Sie ging zum Telefon und nahm den Hörer von der Gabel. Es klingelte. Bruchteile von Sekunden verwirrte sie die Vermutung, das Telefon würde klingeln. Sie begab sich immer schneller werdend zur Wohnungstür. Die halbe Stunde lief vor ihrem geistigen Auge noch einmal ab. Sie kam ihr vor wie ein halbes Leben, wie eine zehnjährige Gefängnisstrafe, die sie hatte absitzen müssen. Heute war Tag der Entlassung. Kaum zu fassen, dass er tatsächlich gekommen war. Kaum zu fassen, dass sie jetzt endlich die Tür öffnen durfte.

Vollkommen außer Atem und total verschwitzt stand er vor ihr. Anscheinend regnete es draußen, denn seine Kleidung war bis auf die Haut durchnässt. Er schaute sie mit seinen graugrünen Augen an, lächelte sein typisch sanftes Lächeln: „Sorry, hab‘ mich zwar beeilt, aber… Naja, du kennst mich ja. Ich hab‘ Pizza mitgebracht – hab‘ aber nur ’ne halbe Stunde Zeit…“

Warum Lichtrosenkriegerin?

Ich bin eine unverbesserliche Weltverbessererin, hoffnungslos hoffnungsvoll, liebevoll durchgeknallte Ökotruse, kreativ, hochsensibel, sprachbegabt, Mutter, Ehefrau, Tochter, Erdenbürgerin, Mensch und ein energiegeladener Fliegenschiss in unserem wundervollen Universum.

Manchmal ist mein Kopf so voller Gedanken, die in die Welt hinauswollen, dass ich sie ziehen lassen will, um Platz für die Kreation neuer Gedanken zu haben. Es wäre mir eine Freude, wenn meine Gedanken auf ihrer Reise durch die Welt bei anderen Lichtrosenkriegerinnen und -kriegern kurz verweilten, vielleicht auch auf einen Bio-Tee blieben. Wer weiß, vielleicht wohnen meine Gedanken sogar eine Weile bei den anderen Lichtrosenkriegern. Die Vorstellung, dass meine Gedanken das Leben anderer bereichern könnte, macht mich glücklich. Schickten mir andere Lichtrosenkrieger ein paar ihrer Gedanken zurück, entstünde ein Kreislauf. Kreisläufe sind Leben. Und Leben ist schön.

Warum Lichtrosenkriegerin?

Dieser Nickname oder Künstlername ist eine verweiblichte Verschmelzung aus den Begriffen „Krieger des Lichts“ und „Rosenkrieg“. Beide Begriffe lassen für sich bereits viel Raum für Assoziationen und Interpretationen. Ich bin überaus sprachverliebt und -verspielt. Begriffe, die von sich allein Geschichten erzählen, von denen ihr Verwender oder sogar ihr Erschaffer gar keine Ahnung hatte, faszinieren mich und machen mir einfach Spaß. Wenn sie aber noch dazu eine tiefere Bedeutung haben und eine ganz bestimmte Geschichte erzählen wollen, bin ich um so gefesselter von ihnen.

Was also ist die tiefere Bedeutung, die Geschichte hinter meinem Nickname?

Obwohl mein musikalisches Talent nicht ganz so ausgeprägt ist, wie mein sprachliches, bin ich doch auch sehr verliebt in die Musik. So ist es kein Zufall – und der Glaube an Zufälle ist ja auch fast schon wieder eine Frage der Religion 😉 – dass sowohl „Krieger des Lichts“ als auch „Rosenkrieg“ auch zwei von mir sehr geschätzte und geliebte Musiktitel sind. „Krieger des Lichts“ von Silbermond und „Rosenkrieg“ von Annett Louisan. Links zu den passenden Musikvideos habe ich euch gern unten verlinkt.

Silbermond und Annett Louisan – Musik mit Witz und Tiefgang

Ich bin eine Tiefdenkerin und eine Kümmererin, wie es mir meine Tante einmal sagte. Dementsprechend mag ich Musik mit Tiefgang, aus deren Texten eine gewisse oder sogar ganz deutliche gesellschaftspolitische Note oder auch schlicht etwas Gesellschafts- oder Sozialkritik spricht. Weiter bin ich, wie bereits erwähnt, eine Sprachspielerin. Wenn Songtexte also auch noch vor geschickter Ironie, Wortwitz und Sprachspielen, wie im Falle von „Rosenkrieg“, strotzen, oder auch vor Wort- und Überzeugungsgewalt, wie im Falle von „Krieger des Lichts“, ja – dann haben sie mich – die lieben Musiker und Texter. 🙂

Ich stelle mir auch Annett Louisan und Silbermond als Tiefdenker und Kümmerer vor, auch wenn ich sie bisher noch nicht persönlich kennen lernen durfte. Ich habe beide schon auf Livekonzerten erlebt und kenne viele Texte, worauf mein begründetes Urteil fußt. Am Ende inspirierten sie mich jedenfalls zu meinem Nickname.

Denn ich betrachte mich als Kriegerin des Lichts.

Als hoffnunglos hoffnungsvolle Weltverbessererin. Als Benutzerin von aluminiumfreiem, plastikfrei verpacktem, zertifiziert naturkosmetischem, veganen Deo (von Ben und Anna, Link siehe unten). Zum Beispiel… 😉

Denn ich betrachte mich als Rosenkriegerin.

Als verheiratete, teilzeit-berufstätige Mutter, die bei dem ewigen Spagat der multiplen Alltagsbelastungen so verliebt in ihren Mann, ihre Ehe und die Liebe ist, dass sie immer wieder bereit ist, für das Festhalten an den dreien ihr Leben zu opfern und dafür das Leben zu gewinnen, das sie sich wirklich wünscht.

Ich danke euch fürs Lesen bis hierher und bin gespannt wie ein Flitzebogen, was ihr von meinem ersten offiziellen Text als Lichtrosenkriegerin haltet. Ich wünsche euch ggf. viel Spaß beim Hören der Lieder und Tiefdenken über die Texte… 🙂

Nun, da ihr mich bereits ein wenig kennenlernen durftet, interessiert es euch vielleicht, über den einen oder anderen Aspekt mehr zu erfahren? Inwiefern bin ich eine Ökotruse?Woher kommt meine Sprachverliebtheit?

Schreibt mir gern in die Kommentare, worüber ihr mehr erfahren wollt. Nur wer sich etwas wünscht, hat Chance auf Wunscherfüllung… 🙂

Ihr seid grafisch begabt und habt eine Idee für ein Logo für die lichtrosenkriegerin.life ? Schreibt mich an! Ich suche noch! Und bin selbst leider nicht grafisch begabt genug… 😉

Hier die versprochenen Links:

Offizielles Musikvideo zu „Krieger des Lichts“

Meist geklicktes Youtube-Video „Rosenkrieg“ von Annett Louisan

Website von Ben und Anna – natürliches Soda Deodorant