Trauerarbeit I

Mein inneres Kind windet sich,
leckt sich die Wunden,
wundert sich.
Wo hundert andere Kinder sind,
bleib‘ ich alleine wunderlich.

Mein Innerstes weint bitterlich,
wollt‘ fliegen, scheute,
traut sich nicht.
Wo hundert andere stutzen,
bleib‘ ich allein gestutzt zurück.

Innerlich verschwinde ich,
zu gut versteckt, verflixt geschickt,
wollt‘ funktionieren, integrieren.
Wo hundert andere gern verschwimm’n,
sehne ich mich zu brillieren.

Von innen heraus glimme ich,
entzünde Träume,
traue mich.
Wo hundert andere zierlich sind,
verziert, verzehrt die Welt mein Licht.

In innerer Ruhe sammle ich,
tröste, wiege, schätze mich,
wird auch die Oberfläche still.
Wo hundert andere Spiegel sehen,
zeig‘ ich die Tiefe meiner See.

Mein Innerstes wird äußerlich,
sucht Liebe, mutig, äußert sich,
traut sich – treu – zu sein.
Wo hundert andere sich veräußern,
kehr‘ ich zurück und finde –
Mich.

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