Mein Beitrag für Fridays for Future #7

Ich bin nach wie vor nachhaltig beeindruckt von der Kreativität und Energie, von der Schaffenskraft und der Willenskraft, von dem was da gerade weltweit durch Fridays for Future freigesetzt wird. Aus einem Funke wird ein Leuchtfeuer, aus einer einzigen Aktivistin in Schweden wird eine internationale Protestbewegung bestehend aus Hunderten bis Tausenden Mitstreidenden in jeder teilnehmenden Stadt. Jeden Freitag. Und öfter. Das lässt mich hoffen und träumen.

Und es setzt auch bei mir Energie frei. Es erleuchtet mich.

Ich war mit meiner Tochter auf der zweiten FfF-Demo. Mein Kind war voller Willenskraft und gleichzeitig verängstigt, als es von steigenden Meeresspiegeln, von Artensterben, von Tropenstürmen, von Dürren und dergleichen mehr hörte. Auf dem Heimweg fragte sie mich: Was ist, wenn wir es nicht schaffen? Das macht mir Angst, Mama.

Ja, was ist dann? Was antworte ich dann meinem Kind?

Ich habe ihr erzählt, dass auch mir das Angst macht und dass genau das der Grund ist, warum ich mich für FfF und Parents for Future engagiere. Weil ich mich meiner Angst nicht ergebe will. Weil ich das meiner Tochter schuldig bin. Und dass es auch schon viel gibt, was wir erreicht haben.

Als ich so alt war wie meine Tochter, wurden die Grünen gerade erst gegründet. Umweltpolitik wurde gerade erst erfunden. Es gab weder Windparks in Norddeutschland, noch Solaralagen auf privaten Hausdächern, noch Elektroautos. Es gab nicht Biomilch und andere Bio-Grundnahrungsmittel in nahezu jedem Supermarkt. Es gab keine Gogreen-DHL-Pakete.

Zugegeben: Es gab auch noch nicht diese erstickende und erdrückende Allgegenwärtigkeit von Einwegverpackungen. Keine Billigflieger. Keinen Ebay- und Amazon-Geiz-ist-Geil-Onlineshopping-Konsumwahn. Keine Tedi’s und Kik’s und Takko’s an jeder Straßenecke. Keine Jahrhunderthochwasser oder Jahrhundertsommer.

Es gab aber auch keine solche Vegan-Welle wie wir sie heute erleben, keine Zero-Waste-Welle, keine aus dem Boden sprießenden Unverpackt-Läden, keine Wir-haben-es-satt-Demos in Berlin mit Zehntauenden von Sympathisanten an einem hundskalten Samstag im Januar.

Wir stehen heute am Scheideweg. Wir haben eine echte, realistische Chance, das Richtige zu tun und überfällige Lösungen zu finden für viel zu lange kleingeredete Probleme. Die Ansätze und Ideen sind da. Wir müssen sie nur ausarbeiten. Gemeinsam. Jetzt.

Wir müssen uns anstecken lassen von der Energie und der Schaffenskraft und Willenskraft der Jugend. Wir müssen uns unserer Angst stellen. Sie ernst nehmen. Und dann verwandeln. In eine wunderbare Zukunft.

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